the griefcast

Auf den letzten Schluck des Jahres melde ich mich hier mal wieder – in der Hoffnung, im kommenden Jahr wirklich mal wieder regelmäßig zu bloggen.

Die vergangenen zwölf Monate habe ich mich oft in YouTubelöcher saugen lassen, der Algorithmus scheint mich mittlerweile wirklich gut zu kennen … Unter anderem haben es mir besonders die britischen Panelshows angetan, durch die ich immer mehr britische Comedians entdecken konnte. An anderer Stelle vielleicht mehr dazu, weil es wirklich fantastische, vor allem auch weibliche Stimmen gibt. Eine davon ist Cariad Lloyd, der ich unheimlich gern zuhöre, weshalb ich einfach mal ihren Namen in meine Podcast-App getippt habe. Erster Treffer: THE GRIEFCAST.

Cariad hat mit fünfzehn Jahren ihren Vater an den Krebs verloren und jahrelang nicht verstanden, wie die Trauer und besonders das Schweigen über die Trauer ihr Leben bestimmt haben. Auch deshalb rief sie 2016 diesen Podcast ins Leben, in dem sie mit anderen Comedians, die auch Menschen verloren haben, spricht. Jede Folge ist diesem einen Menschen gewidmet und zeigt, wie unterschiedlich und doch auch ähnlich Trauer ist, was sie mit den Menschen macht. Natürlich ist jede Lebensgeschichte berührend, die meistens bewegend, schließlich geht es um herbe Verluste, aber man kann auch sehr viel lachen, schließlich sitzen da zwei Comedians am Mikro.

Deshalb möchte ich ihn auf jeden Fall und sehr klar empfehlen, denn wir alle haben jemanden verloren, werden jemanden verlieren, kennen jemanden, der jemanden verloren hat. Thema ist auch immer die Sprachlosigkeit, dass niemand weiß, was sie sagen sollen, genauso aber auch niemand, was sie hören wollen. Gerade deshalb ist Kommunikation – auch und vielleicht besonders – über dieses Thema so wichtig.

Ich habe noch lange nicht alle Folgen gehört, springe gerade wild hin und her zwischen den Namen, die ich kenne. Aber bisher waren sie alle auf ihre Art beeindruckend – und haben so viele Erinnerungen geweckt. An meine Oma. An meinen Opa. Jeder Tod war so anders, so individuell wie der Mensch, der da gestorben ist.

Unterstützen kann man den Podcast hier.

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